Wann fühlst Du Dich wirklich bei Dir?
Wir alle übernehmen im Laufe unseres Lebens unterschiedliche Rollen. Im Beruf, in der Familie, als Partner oder Partnerin, als Freund, Kollege oder vielleicht als Unternehmer oder Trainer.
Diese Rollen gehören zu unserem Leben – genauso wie die einzelnen Schichten zu einer Zwiebel gehören. 🧅 Es geht deshalb auch gar nicht darum, möglichst viele dieser Rollen abzulegen.
Spannend wird es für mich bei einer anderen Frage:
Was bleibt übrig, wenn diese Rollen für einen Moment keine Bedeutung haben?
Wenn Beruf, Status, Leistung, Besitz und die Erwartungen anderer kurz in den Hintergrund treten. Was ist dir dann wirklich wichtig? Welche Werte bleiben? Was macht dir Freude? Und vor allem: Wann fühlst du dich wirklich bei dir selbst?
Für mich ist es die Stille
Wenn ich diese Frage auf mich selbst beziehe, ist eine meiner Antworten mittlerweile ziemlich klar: Stille.
Ich genieße Momente, in denen die Geräusche rundherum langsam verschwinden und nichts von mir erwartet wird.
Das kann beim Blick aufs Meer sein. Bei einem Sonnenuntergang. Oder einfach an einem ruhigen Ort, an dem ich für einen Moment nur mit mir selbst bin.
Vielleicht kennst du solche Augenblicke auch.
Momente, in denen man nichts erreichen, niemandem etwas beweisen und keine Rolle erfüllen muss.
Man sitzt einfach da und spürt:
Jetzt ist gut. Jetzt ist ruhig.
Genau diese Momente finde ich spannend. Denn vielleicht kommen wir unserem eigenen Kern gerade dann ein Stück näher, wenn all das, womit wir uns normalerweise identifizieren, für einen Moment leiser wird.
Schicht für Schicht
Genau dafür steht für mich das Bild der Zwiebel.
Beim "Schälen" geht es nicht darum, rollenlos zu werden. Es geht darum, unsere unterschiedlichen Schichten bewusst wahrzunehmen.
Welche davon habe ich selbst gewählt?
Welche wurden vielleicht irgendwann von außen an mich herangetragen?
Welche passen heute noch zu mir?
Und welche erfülle ich vielleicht nur noch, weil andere Menschen sie von mir erwarten?
Dabei muss nicht jede Erkenntnis sofort zu einer Veränderung führen. Selbstreflexion braucht Zeit. Manchmal reicht es zunächst vollkommen aus, etwas überhaupt einmal bewusst wahrzunehmen.
Eine Frage für dein Wochenende ✍️
Nimm dir vielleicht einmal 5 bis 10 Minuten Zeit. Such dir einen ruhigen Ort, leg dein Handy zur Seite und nimm ein Blatt Papier.
Dann beschäftige dich nur mit dieser einen Frage:
"Wenn du für einen Moment all deine Rollen beiseitelegen könntest – was würde dann von dir übrig bleiben?"
Suche nicht nach der richtigen oder perfekten Antwort.
Schreib einfach auf, was kommt. Ungefiltert.
Vielleicht entsteht daraus noch keine Antwort. Vielleicht aber ein Gedanke, den du bisher im Alltag einfach nicht gehört hast.
Vielleicht musst du nicht mehr werden.
Vielleicht darfst du einfach wieder ein paar Schichten ablegen.
🧅 Schicht für Schicht zurück zu dir selbst.
Offen. Ehrlich. Respektvoll.
Manfred Binder | Life Coaching
